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SUMMARY:XVI. Deutsche Kamelienblütenschau im Landschloß Pirna - Zuschendorf
DESCRIPTION:Blütenzier und Lebenslaune\nWilhelm Busch lässt grüßen.\n\n \nZunächst ist alles wieder so wie immer: Die alten über einhundert Jahre alten Kamelien in den Glashäusern setzen von Jahr zu Jahr üppiger Knospen an und werden überreich blühen. \nZur „Deutschen Kamelienblütenschau“ werden wieder um die 1000 auserwählte Blüten aus ganz Deutschland erwartet und in besonderen Gefäßen in den Festräumen des Landschlosses präsentiert. Die Freunde der Mitteldeutschen Kameliengesellschaft werden die Blüten mit gebotener Vorsicht aus allen Landesteilen herbei bringen und einen großen Teil der Ausstellungszeit manchen Ratschlag für die Besucher zur Kamelienpflege parat haben. \nIn den letzten Jahren haben wir uns sehr ernsthaft\, manchmal fast schon wissenschaftlich\, mit Themen rund um die Kamelie beschäftigt. Das soll diesmal anders sein. Etwas lockerer\, auch heiter\, den Lebenslaunen\, denen früher und auch heute keiner entkommt\, soll nachgespürt werden. Wie kann man das besser als mit Wilhelm Busch. Als er seine Geschichten schrieb und illustrierte\, war in Europa die hohe Zeit der Kamelienmode. Grund genug\, prächtige Kamelien in verschiedene szenisch dargestellte Geschichten einzuschmuggeln. \nC.j. Colombo \nDer Meister Wilhelm Busch selbst wird gleich eingangs im Saal bei der Arbeit zugegen sein. Just im selben Moment unseres Zuschauens entwirft er die Geschichten um den frechen Affen Fips. Seine Figuren steigen\, so wie gerade erdacht und gezeichnet\, als Wolke auf. Im Festsaal steht die Kutsche bereit\, mit der Fritz der Forstadjunkt und sein Julchen zuerst zum Traualtar und später die Hochzeitsreise antreten wollen. Wäre da nicht Ferdinand Mickefett\, der verstoßene Liebhaber\, welcher gerade einen bösen Streich ausheckt. Geheiratet wird trotzdem und natürlich mit einem großen Strauß Kamelien. \nKamelie Frau Minna Seidel\, über 100 Jahre alt \nUndenkbar ist alles natürlich ohne die bösen Buben Max und Moritz. Beide sitzen auf dem Dach und angeln durch den Kamin nach Witwe Boltes knusprigen Hühnchen\, während diese ihre Kamelien gießt. \nDer Kamelienfluss im Salon bietet sich regelrecht dafür an\, den Engländer Mister Pief\, immer geradeaus durchs Fernrohr schauend und nicht auf Hindernisse achtend\, ins Wasser plumpsen zu lassen\, wonach die beiden Hunde Plisch und Plum seinen Hut retten. \nKamelie Tricolor\, 1832 von Siebold aus Japan eingeführt \nTraurig und auch etwas makaber wird es\, wenn das Ende der frommen Helene naht. Auf dem Tischchen die mit Petroleum gefüllte Lampe\, die Bilder vom seligen Franz und dem ebenfalls verblichenen Schmöck an der Wand\, die beide Helene so gern mit Kameliensträußen zu entzücken suchten. Der „geschwänzte Bote der Unterwelt“ wartet bereits auf Helenes Seele am Kamin. Denn auch die Hölle ist ja\, wie wir wissen\, mit Kamelien geschmückt. \nDie Gestalterin Bea Berthold wird alle Ideen gemeinsam mit den Zuschendorfer Mitarbeitern zur Freude unserer Besucher in die Tat umsetzen. \nWilhelm Busch\nWilhelm Busch und Affe Fipps\, 2019 \nWilhelm Busch – der Urvater des Comics \nAm 15. April 1832 wurde Wilhelm Busch als ältester Sohn eines Kaufmannes im hannöverschen Wiedensahl geboren. Schule und später den privaten Unterricht bei seinem Onkel\, seines Zeichens Pfarrer und Imker\, absolvierte er mit Auszeichnung. Dem folgte ein Maschinenbaustudium\, was wohl nicht das rechte für den jungen musisch veranlagten Busch war. Freunde gewannen ihn für ein Kunststudium an der Akademie in Düsseldorf\, welches er in Antwerpen fortsetzte. Die dortige Beschäftigung mit flämischen und holländischen Malern sollte ihn ein Leben lang nicht mehr loslassen. Dies auch\, wenn er selbst schrieb: „In der damaligen akademischen Strömung kam mein flämisches Schifflein\, das wohl auch schlecht gesteuert war\, nicht recht zum Schwimmen“. \nSeine Studien setzte er nun in München fort\, wo er sich der Künstlergruppe „Jung-München“ anschloss. Dort übte man sich auch im „wechselseitigen Spott der heiteren Karikatur“\, wie es Theodor Heuss beschreibt. Kaspar Braun\, der Gründer der politisch-polemischen Witz-Zeitung „Fliegende Blätter“ erkannte Buschs Begabung und warb ihn zur freien Mitarbeit. \nLustige Bilder und gereimte eigene Texte dazu\, das war die „Soziologie\, über die Wilhelm Busch in die Unsterblichkeit stolperte“(HEUSS). Auch entspannte das seinen chronischen Geldmangel und „entlastete seine Mutter von Talersendungen“. \nWilhelm Busch und Affe Fipps\, 2019 \nIm Jahre 1865 gelingt ihm mit seiner Lausbubengeschichte „Max und Moritz“ der Durchbruch. Busch verstand es „mit stummen Linien den großartigsten\, schier hörbaren Krach und Lärm zu machen“ (HEUSS). Und doch zog er sich zum arbeiten in die dörfliche Stille seiner Heimat\, nach Wiedensahl und die letzten 10 Jahre seines Lebens in das Pfarrhaus von Mechtshausen\, zurück. Theodor Heuss beschreibt sein Leben dort eindrücklich: „…in der Abgeschiedenheit für sich ganz allein\, Gemälde stapelnd\, die keiner zu sehen bekam\, um durch die Felder zu streifen\, die Linien und Tönungen der flachen Hügel mit seinem immer wachen Auge abzuvisieren\, um über die Eitelkeit dieser Welt zu meditieren\, vielleicht\, vielleicht auch\, um zu träumen“. Und weiter: „Ungesellig und verstimmt in größerem Kreis\, heiter und aufgeräumt im vertrauten Gespräch“. \nDer Dichter\, Zeichner und Maler Wilhelm Busch starb am 9. Januar 1908. \nJulchens Hochzeit\nJulchens Hochzeit\, Kamelienschau 2019 \nJulchens Hochzeit \n  \nStarr und staunend bleibt er stehen \nMit dem Ruf: „Was muß ich sehn?“ \nDann mit Fassung in den Zügen \nSpricht er: „Na\, ihr könnt euch kriegen!“ \n…. \nAber so ist´s nun mal auf Erden \nEs soll nicht Frieden werden \nDas Böse arbeitet überall und viel \nWenn enttäuschte Liebe ist im Spiel \nFerdinandchen Mickefett mit Ränken \ntut schon darüber nachzudenken. \nEr hat den Plan „Oh Entsetzen!“ \nund wartet ihn nur umzusetzen. \nFritz der Forstadjunkt \nbringts nun auf den Punkt. \nNach Aufgebot und Wartezeit \nwird die Hochzeit vorbereit: \nKirche\, Kutsche\, Glockenläuten \nEinladung zu vielen Leuten. \nEs ist bedacht und brauchte Zeit \nDann aber ist es nun so weit. \nAm Sonntag Morgen um einhalb Zehn \nHat die Kutsch bereitzustehn. \nDie rechten Blumen für den Strauß\, \nvergaß der Fritz\, welch ein Graus. \nJulchen wünschte diese mit großer Wonne\, \naus dem Lande der aufgehenden Sonne. \nDer Bräutigam eilt fluchs zum reichen Kraus\, \nder hat Kamelien in einen gläsernen Haus. \nHerrliche Blüten werden geschnitten\, \nstolz kommt Fritz zur Braut geschritten. \nStaunend sieht die Erwählte die Pracht\, \nflink wird alles zur Kutsche gebracht. \nJulchen im schönsten Hochzeitskleid \nIst für die Kirchenfahrt bereit. \nFritz\, der schmucke Jägersmann\, \nhebt die Braut auf und hinan. \nMickefett hats ausgeheckt \nund dieweil ein Rad versteckt. \nWie´s ausgeht werden wir ja sehn \nUm die Hochzeit scheints geschehen. \nHurtig kommen um die Ecke\, \nJens der Schnelle und Robert der Recke. \nWelch‘ Malheur\, ei per dautz\, \nschon und das mit rechten Plautz\, \ngeht es Mickefett an den Kragen\, \ngleich ist das Rad wieder am Wagen. \nNun beim Pastor zweifach „Ja“ \nAdieu\, winke\, winke und viel Tralala. \nDie Hochzeitsreise geht nun los\, \ndas Eheglück ist riesig groß. \nNach Zuschendorf soll die Fahrt gehen\, \ndas Paar will sich Kamelien besehen. \nAngekommen im Reich der Japanischen Rosen\, \nJulchen tut ihren Fritz herzlich liebkosen. \nJulchens Hochzeit\, Kamelienschau 2019 \n Plüsch und Plum und Mister Pief\nPlüsch und Plum und Mister Pief\, 2019 \nPlisch und Plum \nZugereist in dieser Gegend\, \nNoch viel mehr als sehr vermögend\, \nIn der Hand das Perspektiv\, \nkam ein Mister namens Pief. \n„Warum soll ich nicht beim Gehen“\, \nSprach er\, „in die Ferne sehen?“ \n  \nHurtig setzt er Fuß an Fuß\, \nKamelien treiben vorn im Fluß. \nSchöneres hat er nie gesehen\, \nwehe gleich wird es geschehen! \n  \nSeht hier\, schon stolpert er \nIn den Teich und sieht nichts mehr. \nOhne Perspektiv und Hut \nSteigt er ruhig aus der Flut. \n„Allez\, Plisch und Plum\, apport!“ \nTönte das Kommandowort. \nStreng gewöhnt an das Parieren\, \nTauchen sie und apportieren \nDas Vermißte promt und schnell. \nMister Pief sprach: „Weriwell! \nDiese zwei gefallen mir!“ \n  \n Die fromme Helene\nFromme Helene\, 2019 \nDie fromme Helene \nFromme Helene\, 2019 \nVersuchung und Ende \n  \nEs ist ein Brauch von alters her: \nWer Sorgen hat\, hat auch Likör! \nGefährlich ist des Freundes Nähe. \nO Lene\, Lene! Wehe\, wehe! \nUmsonst! – Es fällt die Lampe um\, \nGefüllt mit dem Petroleum. \n  \nEin letzter Blick zum Kamelienstrauß \nrings um die Flammen züngeln\, oh Graus. \nVetter Franz brachte ihr die japanischen Rosen\, \ndoch gleich darauf ging er die Kathi in der Küche liebkosen. \n  \nFromme Helene\, 2019 \nUnd hilflos und mit Angstgewimmer \nVerkohlt dies fromme Frauenzimmer. \nSchon saust aus des Kamines Schlote \nDer Unterwelt geschwänzter Bote. \nEr faßt die arme Seele schnelle \nUnd fährt mit ihr zum Schlund der Hölle. \nHinein mit ihr! – Huhu\, Haha! \nDer heil’ge Franz ist auch schon da. \nMax und Moritz\nMax und Moritz\, Kamelienschau 2019 \nMax und Moritz \n  \nWitwe Bolte will im stillen und in Ehren \nihre Hühner nun gut gebraten verzehren. \nMax und Moritz rochen dieses; \n„Schnell aufs Dach gekrochen!“ hies es. \nBevor sie den Braten will genießen\, \ngeht sie ihre Kamelien gießen. \nDiese Blumen liebt sie sehr\, \nhat ja keinen andern mehr. \n‚Camellia‘ kam aus weiter Ferne\, \nsie zog sie selbst aus dem Kerne. \nIhr Sel’ger ist in Japan entschwunden\, \nnur das Samentütchen ward gefunden. \nMax hat schon mit Vorbedacht \nEine Angel mitgebracht. \nSchwupdiwup! da wird nach oben \nSchon ein Huhn heraufgehoben. \nUnd zuletzt kommt noch Numro vier: \nSchwupdiwup! dich haben wir!! \n– Na! Das wird Spektakel geben\, \nDenn Frau Bolte kommt soeben; \nMax und Moritz\, Kamelienschau 2019 \nAngewurzelt stand sie da\, \nals sie nach der Pfanne sah. \nAlle Hühner waren fort – \n„Spitz!!“ – das war ihr erstes Wort. – \nMit dem Löffel\, groß und schwer\, \ngeht es über Spitzen her; \nLaut ertönt sein Wehgeschrei\, \ndenn er fühlt sich schuldenfrei. \n \n01.03. – 07.04.2019 Kamelienschau\nDie Kamelienschau unterteilt sich in: \n01.03. – 07.04.2019  Kamelienblüte in den Glashäusern\nAusstellung der Sächsischen (Seidelschen) Kameliensammlung mit einer Vielzahl historischer Sorten v.a. des 19. Jahrhunderts auf 1500 m² Schauglasfläche. Die Hauptblüte ist Ende März zu erwarten. \n02.03. – 10.03.2019  XVI. Deutsche Kamelienblütenschau im Landschloß\nDie schönsten Kamelienblüten aus ganz Deutschland werden in besonderen Gefäßen in den festlichen Räumen des Landschlosses präsentiert. Das Publikum wählt die schönste Blüte Deutschlands (in Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Kameliengesellschaft). \n12.03. – 07.04.2019  XVI. Sächsische Kamelienblütenschau im Landschloß\nDer Übergang von der Sächsischen Kamelienblütenschau zur Azaleenschau\nwird in der Zeit vom 09.04. – 12.04.2019 entsprechend der Blühentwicklung fließend gestaltet. \n13.04. – 01.05.2019  XIII. Azaleenschau im Landschloß\nDie Sammlung der ehemaligen „Königlichen Hofgärtnerei zu Pillnitz“\numfasst heute 360 historische Sorten und wird im Schloss präsentiert. \n  \nEintritt: 5\,00 € / ermäßigt 4\,00 € \nGeöffnet: Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10.00 – 17.00 Uhr \nZusätzlich nur im März: Montag von 10.00 – 16.00 Uhr \nwww.kamelienschloss.de \n  \n  \n  \n  \n  \n  \n 
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