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Willkommen im Kamelienschloß – der grünen Schatzkammer Sachsens
Im und um das Landschloß Pirna – Zuschendorf werden auf über 6 Hektar, davon 1800 m² Glashausflächen die Zierpflanzen bewahrt, die einst vom Können sächsischer Gärtner in der ganzen Welt kündeten. Sammlungen, wie Kamelien, Azaleen und Rhododendron stehen unter Denkmalschutz. Hortensien und Rhododendron gehören zur Deutschen Genbank Zierpflanzen.

 

Weihnachten im Landschloss
„Lichterhäuser – Geborgenheit und Wärme im Erzgebirge“

25.11. – 13.12.2020 

Oft mit verschneiten Dächern aus Pappe oder Holz gefertigt, einzeln oder als ganze Stadt oder Dorf auf einem Weihnachtsberg, darin Lichter, aufgestellt in der abgedunkelten Weihnachtsstube – heimeliger kann Weihnachten kaum sein. Es ist das Licht, welches der Wanderer durch eine raue, unwirtliche Welt erblickt, welches Wärme und Geborgenheit verspricht.  Die Sehnsucht nach einem schöneren Ort bei Frost, klirrender Kälte und Hunger.  Wer konnte das tiefer empfinden, als die erzgebirgischen Bergleute, die vom Bergwerk kommend bei anbrechender Nacht nach Hause gingen oder die vielen kleinen Händler oder Spielzeugmacher mit ihren Tragkörben, die den ganzen Tag für geringsten Lohn bei Wind und Wetter unterwegs waren.

Mit Schlageisen wurden Fenster, Türen und andere Formen ausgestanzt; Papiere mit farbigen Fassaden darauf geklebt und Fenster mit bunten Papieren hinterklebt. Zusammengebaut, auf Brettchen montiert, mit Borten und geprägten Pappen versehen, mit Glitzerschnee bestreut, mit Männeln, Tieren, in der Natur gesammelten Moosen, Zapfen, Heidekraut und anderem Floralen verschönt, so schufen die  „Häuslebauer“ ihre phantasievollen Werke. Das war Arbeit für die ganze Familie. Wenn alles fertig war, schulterte der Vater die hoch im Korb aufgebauten Häuschen und trug sie zum Verleger.

Schon seit 1898 ist solche Fertigung in Olbernhau bekannt. Auch in den Orten Wünschendorf, Reifland, Waldkirchen und Lengefeld entstanden solche „Illuminationshäuser“, bei jedem Hersteller mit eigener Handschrift. Walter Findeisen beschrieb seine jungen Jahre in Wünschendorf vor dem ersten großen Kriege und berichtet, dass fast in jedem dritten Haus ein Häuslebauer arbeitete. Nach dem Krieg begann der Niedergang dieser Handwerkskunst.

In Seiffen und anderen Ortes baute man diese Lichterhäuser aus Holz.

Seiffner Häuser, Franz Groesel Winter

In unserer diesjährigen Zuschendorfer Weihnachtsausstellung wird der Arbeitsplatz eines „Papphäuslebauers“ zu sehen sein. Da wurde gestanzt, geschnitten, geklebt, gemalt und gedrechselt. Aus dem Nachlass von Theodor und Willy Dähnert aus Wünschendorf erhielten wir dafür originale Werkzeuge und Materialien.  Zur Palette gehörten kleine Dörfer, Kirchen, Alpen- und Landhäuser oft mit geprägtem Panorama dahinter, Räucher- und auch Wetterhäuser. Eine Spezialität waren kleine Winterberge, bestanden mit Häuschen gruppiert um eine mittige Pyramide.

Werkstatt Haeuslebauer Willy Daehnert Im Hintergrund (Mitte) sieht man die noch unfertigen Winterberge. Foto: Archiv Arnold/Dähnert Wünschendorf

Drecksler an der Fussdrehbank
Gedrechselt, oft an der Fußdrehbank, wurden für die Lichterhäuser Kleinteile wie die Glocken der Kirchen.

Illuminierter Weihnachtsberg Wuenschendorf Daehnert

Lichter-und Raeucherhaus zum Beleuchten von Willy Daehnert Wuenschendorf

Kenner lieben die märchenhaft anmutenden Häuser von Frieda Seifert aus dem zu Olbernhau gehörigen Dörfel. Sie übernahm die „Fabrikation“, wie sie es nannte, von ihrem Onkel Hermann Lauterbach um 1950. Für ein  unglaublich niedriges Einkommen fertigte sie Kirchen, Forst-, Alpen- und Wohnhäuser. Auch ein Bauernhaus mit Hühnerstall und ein Pfefferkuchenhaus gehörten zur Palette.

Fabrikation von Lichterhaeusern bei Frieda Seifert-Doerfel

Kirche Frieda Seifert

Herstellung von Lichterhäusern bei Frieda Seifert, Döefel

Im Salon des Schlosses wird wie jedes Mal wieder die große Märklin – Spur I – Blecheisenbahn aufgebaut. Die Anlage wird dieses Mal mit Lichterhäusern von Frieda Seifert winterlich gestaltet. In der Tradition von ihr baut heute in Olbernhau Birgit Uhlig viel mehr als das klassische Sortiment. Mit geschickten Händen entstehen immer wieder neue Kirchen, Schlösser und Häuser. Doch wie lange noch, dann ist auch dieser Teil erzgebirgischer Volkskunst Vergangenheit.

In unseren „Spielzeugkistenvitrinen“ zeigen wir Lichterhäuser und kleine Landschaften weiterer Hersteller, wie auch Eigenbauten. Die größeren Landschaften sind unseren Weihnachtsbergen und den „Fensterbrettellandschaften“ vorbehalten.

Lichterhäuser auf einen Weihnachtseckberg

Lichterhaus auf einem Weihnachtseckberg

Weihnachtseckberg mit Bergwerk und Stadt

Fensterbrettberg, Winter am Abend

Fensterbrettberg, Winter am Tag

Auch wenn dieses Mal die Lichterhäuser unser besonderes Thema sind, so zeigen wir darüber hinaus alles, was zu einem richtigen Weihnachtsfest gehört: Da sind die gedrechselten und geschnitzten Weihnachtsfiguren wie Engel, Bergmann, Nußknacker und Räuchermann, eine Reihe teils uralter Pyramiden, aber natürlich auch Puppenstuben, Kaufläden, Burgen, Pferdeställe, einfach die ganze Spielzeugwelt unserer Großeltern.

Auch der Rummelplatz wird wieder größer sein. Ein Kettenkarussell und eine Reitschule mit Pferden aus dem auslaufenden 19. Jahrhundert bereichern die bunte Welt der Schausteller weiter.

Die Ausstellung findet in zwei Etagen im Schloss statt. Im Erdgeschoss werden die Kameliendrogerie und die Schlossküche weihnachtlich geschmückt sein.

In den Kaminen werden die Feuer knistern und im mittelalterlichen Schlossgewölbe kann man bei Glühwein, Kaffee und Stollen dem Geschauten nachträumen.

Die Ausstellungszeit ist so gewählt, dass alle Leihgeber ihre Schätze rechtzeitig zum Fest wieder zu Hause haben.

Geöffnet ist:

Dienstag bis Sonntag: 10 – 17 Uhr

Montag: 10 – 16 Uhr

Der letzte Einlass ist 16.30 Uhr.

Der Eintritt kostet 6,- €; ermäßigt 5,- €.

www.kamelienschloss.de

Ein letzter Hinweis in diesen seltsamen Zeitläufen:

Unsere Erzgebirgsweihnacht lassen wir uns nicht nehmen!

Behördliche Maßnahmen können zu Änderungen und Einschränkungen führen, die wir sicher alle nicht erhoffen.

Bitter genug ist schon der Verzicht auf die begleitende Christrosenschau. Wir müssen auf ausreichende Wegeflächen achten. Diese holen wir dann im Jahr 2022 nach. Unsere Gärtner werden aber auch die diesjährige Schau festlich und phantasievoll durchgrünen.

Weitere Bilder finden Sie unter Veranstaltungen – Weihnachtsschau 2020

 

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