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Weihnachten im Landschloss

28. November - 16. Dezember

Geöffnet ist: täglich 10 – 17 Uhr
Der letzte Einlass ist 16.30 Uhr.

Der Eintritt kostet 5,- €; ermäßigt 4,- €.

Kaum eine schönere Einstimmung auf Weihnachten kann es geben, als eine Ausstellung, die Seele und Herzen erreicht. Es soll alles das zu sehen sein, was man sich aus Kindertagen an Weihnachtsträumen bewahrt hat: Historische Spielzeuge und Puppenstuben, Teddys, Pferd und Wagen, erzgebirgische Holzminiaturen und eine große Märklin – Spur I – Blechsspieleisenbahn. Dazu Historisches aus dem Erzgebirge wie Pyramiden, Räuchermänner, Nußknacker, Engel und Bergmänner, teilweise weit über einhundert Jahre alt. Als besonderes Thema wird dieses Jahr eine Verlegerfamilie aus Seiffen in mehreren Bildszenen erlebbar. Verleger kauften den Männelmachern ihre Waren ab, versorgten diese mit Ideen und Materialien und verkauften Figuren und Spielzeuge dann weltweit.

In den Kaminen werden Feuer brennen und gemeinsam mit viel Tannengrün und Kerzen für die rechte romantische Stimmung sorgen. Die diesjährige Schau wird zu einer richtigen Gärtnerweihnacht. Christrosen in vielen Formen und Arten werden die Zimmer schmücken. Wenn zur Geburt des Christkindes das Lied erklingt: „Es ist ein Ros entsprungen …“, dann ist die Christrose, auch Schneerose oder Rose des Winters gemeint. Keine andere Blume ist mit Weihnachten mehr verbunden und es gibt viele Sagen und Mythen, die davon zeugen. Darüber hinaus ist die mit botanischen Namen als Helleborus bezeichnete Pflanze auch eine interessante Gift- und eine wichtige Heilpflanze. Es ist eine schier unzählige Liste an Krankheiten, von der Heilung des Wahnsinns und der Depression, über Husten, Wechselfieber und Epilepsie bis hin zum Krebs, für die diese Pflanze nützlich ist oder sein soll. Ein weiterer Name für diese Blume ist Nieswurz. Diese finden wir auf köstliche Art in Wilhelm Hauffs Märchen „Der Zwerg Nase“ als die Pflanze „Niesmitlust“ wieder.

Diese schöne Blume, die uns ähnlich der Kamelie, der Rose Japans, in kargen, grauen Wintertagen erfreut, wurde längst von den Gärtnern entdeckt. Sie züchteten eine Vielzahl von Farbvariationen, Blüten- und Blattformen in schönster Anmut. Einer, der besonders viele davon kultiviert, ist Josef Heuger. Im niedersächsischen Glandorf betreibt er einen Spezialbetrieb für Hortensien und Christ- bzw. Lenzrosen. Für unsere Weihnachtsschau stellt dieser Gartenbaubetrieb ein großes Sortiment dieser herrlichen Blumen zur Freude unserer Gäste zur Verfügung.

Armes Erzgebirgsdorf

Heute weiß jedes Kind: Verkaufen können ist genauso wichtig wie das Herstellen der Waren. Doch versetzen wir uns in das bitterarme Erzgebirge des 18. und 19. Jahrhunderts: Die Männelmacher und Hersteller von Spielzeugen und Haushaltgegenständen schnitzten, drechselten und bemalten mit der ganzen Familie oft bis in die Nacht hinein. Doch wie sollten die Waren zu Geld und das Geld zum täglichen Brot werden? Da packte der Drechsler Johann Friedrich Hiemann im Jahre 1699 einen Schiebbock mit Seiffener Ware und brachte diese zur Leipziger Messe. Sein Erfolg führte zur Gründung des ersten Seiffener Verlages.

Spielzeugverlag

Lange Fußwege mit der Schubkarre standen auch am Anfang des am längsten, noch in der DDR existierenden Verlages Max Hetze. Wilhelm Ferdinand Hetze marschierte ab 1866 auf den Dresdner Markt. Die Verleger kauften den Herstellern ganzjährig, auch in den „Saure-Gurken- Zeiten“ ihre Waren ab, lagerten diese und verkauften sie weiter. Das Einkommen der Männelmacher wurde dadurch regelmäßiger. Dazu brachten die Verleger von Messen und Märkten neue Ideen und Materialien mit. Die Erben des Verlages Max Hetze, Bärbel und Thomas Kirsche, bewahrten viele identische Stücke und stellten uns diese für die Ausstellung zur Verfügung, so dass wir unseren Gästen die Arbeit eines Verlegers nahe bringen können. Mit originalen Gegenständen wie Musteraufheftungen von Miniaturspielzeugen (die auf Messen gezeigt wurden), diverser Schachtel- und Beutelware, über eine große Verlegerkiste (zum Versand der Waren) bis hin zu Kontorbüchern, Stempeln und Kasse werden wir lebendige Szenen gestalten.

Großen Jubel bei Jung und Alt ruft immer wieder der Betrieb einer im Salon des Schlosses aufgebauten umfangreichen Anlage einer bald hundertjährigen Blechspieleisenbahn in der Spurweite I (45 mm Spurweite) hervor. Diese weitestgehend manufakturiell hergestellten, oft fein handlackierten Bahnen und Zubehöre haben etwas ganz Ursprüngliches aus der Frühzeit rasanter technischer Entwicklung. Dieses Jahr wird ein „Industriegebiet“ mit zahlreichen Dampfmaschinen und faszinierenden, auch oft kuriosen Betriebsmodellen hinzugefügt. Diese reichen von Maschinen des Handwerks über Springbrunnen und Schöpfwerke bis hin zum Würstelmacher.

  • Eisenbahn Märklin Spur 1

Weihnachtsberg

Was heute die Modellbahnanlagen sind, waren früher im Erzgebirge die mechanischen Weihnachtsberge. Zwei sehr verschiedene, aber ganz besondere Stücke werden zu sehen sein. Einer mit Gebirge aus dem Annaberger Raum mit Mühle, Schmiede, Jagd, Landwirtschaft, schwatzenden Weibsvolk und laufenden Trinker (oder trinkender Läufer); überall bewegt es sich, klappert und leuchtet. Ein zweiter zeigt eine Bergstadt unter der, so wie es ja oft war, die Bergleute nach Erz graben. Der Restaurator Tom O. Letz gab den Bergen die Lebendigkeit zurück und stellte uns diese zur Verfügung. So werden wir diese auch zeitweise vorführen. Dazu kommen noch zwei weitere, für das Fensterbrett gebaute Landschaften. Der Bau dieser „Berge“ war oft die Freizeitbeschäftigung hart arbeitender Bergleute. Manchmal galt es aber auch Zeiten der Arbeitslosigkeit, besonders in den zwanziger Jahren, sinnvoll zu überbrücken.

Neben den Bergen war auch der Bau von Rummelplätzen wie der Annaberger Kät sehr verbreitet. Einige phantasievolle und sehr wertige Stücke konnten wir unserer Sammlung hinzufügen, restaurieren und nun zur Schau im Betrieb vorführen. Den recht großen Karussells und einem Riesenrad werden wir einen Rummelplatz en miniature aus erzgebirgischen Spielzeugen gegenüberstellen. Darüber hinaus wird es einige weitere thematische Landschaften und Dörfer mit Miniaturen in Holzkisten verpackt zu sehen geben.

Drechslerstube

In diesen aus alten Dielenbrettern gefertigten Kisten verbergen sich noch viele andere interessante Dinge, gleich einer vom Dachboden geholten Spielzeugkiste. Da wären neben vielen historischen Spielzeugen zum Beispiel die detailverliebten Läden des Holzgestalters Georg Brückner. Vom Schmuckladen bis zur Eisenwarenhandlung reicht das Spektrum der verwirklichten Erinnerungen an die Kindheit in Leipzig.

Schmuckladen

Auch viele historische erzgebirgische Weihnachtsfiguren finden ihre Heimstatt in den Kisten. Die Männelmacherfamilien legten in die hölzernen Figuren ihre ganzen Sorgen, Nöte, aber auch Freuden, Hoffnungen und Sehnsüchte hinein. Soviel Wahrhaftigkeit steckt darin, macht sie unwiederbringlich und bewahrenswert.

Männel Herrenzimmer

Große Pyramiden, darunter sehr ursprüngliche, werden einen extra Raum erhalten. Die Flügel drehen und die Gedanken können mit kreisen, vielleicht auch darum, dass viele Stücke über Jahrzehnte eng mit den Familien verbunden waren und oft ihre eigene Geschichte erzählen. Eine Bauernfamilie zum Beispiel hatte die ihre so lieb, dass sie diese in der Kriegszeit versteckte. Erst kürzlich kam sie beim Herausräumen alten Heus aus der Scheune wieder zum Vorschein.

Die Ausstellung findet in zwei Etagen im Schloss statt. Im Erdgeschoss werden die Kameliendrogerie und die Schlossküche weihnachtlich geschmückt sein.

Um wirklich alle Sinne froh zu machen, werden im kerzenerhellten mittelalterlichen Schlossgewölbe am Nachmittag Kaffee, Glühwein und Stollen gereicht.

Am Sonnabend, dem 15. Dezember, um 15.00 Uhr laden wir zum Puppenspiel mit original Hohnsteiner Handpuppen mit der Puppenbühne Christian Grumt ein. Gezeigt wird „Der Weihnachtsberg“. Es wird ein extra Eintritt von 5,00 € pro Person erhoben. Christian Grumt beschäftigt sich schon seit Kindertagen mit dem Puppenspiel und stand bis 1963 auf der Bühne. Dann kam eine 34 jährige Zwangspause aus politischen Gründen. Seit 1997 spielt er wieder und kann trotz seines hohen Alters nicht davon loslassen.

Die Ausstellungszeit ist so gewählt, dass alle Leihgeber ihre Schätze rechtzeitig zum Fest wieder zu Hause haben.

Details

Beginn:
28. November
Ende:
16. Dezember